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Ein Toter und Problemplätze

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Liebe Leserinnen, liebe Leser, 
ein Toter in der Eilenriede. Gefunden auf einer Parkbank. Erstochen vermutlich in der Nacht zum Dienstag. Keine Hinweise auf den oder die Täter. Motiv unklar. So weit die Fakten. Und plötzlich berührt diese nüchterne Nachricht, weil sich meine Kollegin Petra Rückerl auf eine intensive Spurensuche begeben hat. Ihre Recherchen geben dem Toten einen Namen und ein Gesicht. Einen Bart trug er. Und im Winter schlief Dirk. S. in braune Decken gehüllt am Volgersweg. Der Mittfünfziger war obdachlos. 
Noch wissen wir nicht, warum er so qualvoll sterben musste. War es Hasskriminalität? War es eine Auseinandersetzung im Milieu? Das sind zurzeit nur Mutmaßungen. Klar ist aber, dass sich die Situation auf den Straßen Hannovers massiv verschlechtert hat. Immer wieder kommt es zu Anschlägen auf Wohnungslose, häufig gibt es aber auch innerhalb der Szene brutale Streitigkeiten. Insbesondere auf den Problemplätzen rund um den Hauptbahnhof. Raschplatz, Andreas-Hermes-Platz und Weißekreuzplatz – dort findet man Obdachlose, Abhängige, Verzweiflung, Suff und Sucht. 
Die Stadt wurde in der Vergangenheit massiv kritisiert, weil das Management der Problemlage nicht gut war. Die Verwaltung antwortet nun mit einem umfassenden Fünf-Punkte-Plan. Mehr Kontrollen, mehr Hilfe, eine Entzerrung von Obdachlosen-, Trinker- und Drogenszene, städtebauliche Veränderungen. Sogar die kontrollierte Abgabe von Crack ist ein Thema, das die Stadt ernsthaft angehen will. Meine Kollegin Britta Lüers stellt die geplanten Maßnahmen Punkt für Punkt vor. 
Hannover traut sich auf diesem Weg die Vorreiterrolle zu – bundesweit wäre dies das erste Projekt dieser Art. „Eine solche Entscheidung trifft man nicht ohne Mut und ohne die Überzeugung, das Richtige zu tun. Das allein verdient Respekt. Was nun noch fehlt ist das Tempo“, kommentiert mein Kollege Zoran Pantic. 
Das Konzept wird nun den Ratsgremien zur Beratung und Abstimmung vorgelegt. Doch ganz so schnell wird es mit der Umsetzung nicht gehen. Ein bis zwei Jahre, schätzt Frank Woike, Suchtbeauftragter der Stadt. „Es ist ein dickes Brett, das wir hier bohren.“ 
Wie wir morgen leben, hängt davon ab, wie wir heute handeln: Ich verabschiede mich mit der Zuversicht auf ein besseres, friedlicheres Hannover. 
Herzlichst, 
Mirja Pflug 
Art Director 
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