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Ausgangssperre mit Ausnahmen - bringt das was?

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Es ist die nächste große Maßnahme, die uns bei der Eindämmung der Corona-Pandemie helfen soll. Und wie so vieles, was in den vergangenen zwölf Monaten entschieden, beschlossen und durchgesetzt wurde, klingt auch das wieder nach Ausnahmezustand. Und so falsch ist das wohl auch nicht. Nach geschlossenen Grenzen, geschlossen Schulen, Lockdown und Shutdown kommt nun die Ausgangssperre in der Region Hannover. Sie gilt ab heute und bis zum 12. April, für jede Nacht, in der 1,2 Millionen Bürger vor die Tür gehen, brauchen sie nun einen ziemlich guten und belegbaren Grund. Und das bis fünf Uhr morgens.
Das klingt nach einem harten Schritt, den Regionspräsident Hauke Jagau da am Mittwoch angekündigt hat. Doch ist es das auch wirklich? Oder entdeckt man bei genauerem Hinsehen eine weitere Parallele zu den vergangenen zwölf Monaten? Es wird etwas entschieden, was sicherlich eine weitere Zumutung für die Menschen und eine weitere Belastungsprobe für die Balance von Infektionsschutz und Freiheitsrechten darstellt. Andererseits wird es dann aber schon wieder so verwässert, dass man sich fragt, ob das in dieser Form wirklich helfen wird und den gewünschten Effekt erzielen kann.
Während das Land 21 Uhr als Beginn einer Ausgangssperre vorsieht, während Flensburg und Gifhorn bereits gute Erfahrungen mit einem so frühen Beginn gemacht haben und während sogar die Metropole Hamburg um 21 Uhr die Bürgersteige hochklappen will, startet Hannover ganz gemütlich ein Stündchen später. Weil das dem großstädtischen Charakter der Region gerecht werde, wie Jagau meint. Der „Lockdown light“, der sich zum „ewigen Lockdown“ für viele Branchen entwickelt hat, lässt grüßen. Mein Kollege André Pichiri hat die Regelungen zur Ausgangssperre zusammengefasst. Und nicht nur er fragt sich: Wenn den Bürgern schon eine zeitlich begrenzte Ausgangssperre zugemutet werden soll, muss sie dann nicht auch so gestaltet werden, dass ein positiver Effekt auf die Infektionszahlen wahrscheinlich ist?
Ein ähnlich widersprüchliches Phänomen findet sich am Maschsee oder der Limmerstraße. NP-Reporter Simon Polreich und die NP-Fotografin Nancy Heusel haben beobachtet, wie hier die Maskenpflicht und die Hygieneregeln reihenweise ignoriert werden. Die winzigen Hinweisschildchen scheinen die Menschen nicht zu sehen oder ernst zu nehmen. Immerhin: Die Maskenpflicht soll am See zeitlich ausgeweitet werden. Wenn es jetzt auch noch plakativer kommuniziert und besser kontrolliert werden könnte, wäre das ein weiterer Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Aber auch nur dann.
Was bleibt ist der Ausblick. Auf ein Osterwochenende, an dem vor allem die Polizei gefordert sein wird, um all die kleinen und großen Feiern, Grenzüberschreitungen und diverse Kundgebungen im Griff zu behalten. Schließlich bleibt – wie passend zu Ostern – nur die Hoffnung, dass irgendwie alles gut werden wird. Wenn wir zusammen daran arbeiten, könnte das klappen.
Ein frohes Osterfest und ein schönes langes Wochenende wünscht Ihnen

NP-Redakteur
Zoran Pantic
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