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Mutig handeln, um die Welle zu brechen

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am Freitagabend feierten 9000 Fans Roland Kaiser in der ZAG-Arena unter 2G-Bedingungen mit vor-pandemischer Laune. Mein Kollege Kai Schiering berichtet von einer tollen Atmosphäre – “ekstatisch, freudig, gut. Das Glück ist greifbar, die Fans hält es nicht auf ihren Sitzen, dem 2G-Modell sei Dank können und wollen sie wieder feiern.” Ein herzerwärmendes Gemeinschaftserlebnis, nach dem wir uns doch alle irgendwie - vielleicht mit anderer Musik oder auch ganz ohne und dafür mit Theater oder Sport - sehnen. 
Aber das Leben in Zeiten dieser Pandemie ist leider, um bei Roland Kaiser zu bleiben, keine Insel die aus Träumen geboren. Und weil die Infektionszahlen weiter steigen, sich die Krankenhäuser weiter füllen und immer noch zu viele offensichtlich - ein letztes Mal bemühen wir den Santa-Maria-Kaiser - ihre Sinne verloren haben und sich der Impfung verweigern, müssen wir hart daran arbeiten, diesen Winter nicht wieder zu einem eisigen Lockdown werden zu lassen.
Und weil die obersten Entscheider weiterhin der Problematik eher hinterherlaufen als vorausschauend zu handeln, erhöhen jetzt andere den Druck. Mediziner und Wissenschaftler, darunter Ärzte der MHH, sind das „passivem Abwarten“ leid, schreiben einen Brandbrief an die Regierungen von Bund und Ländern und ermahnen die Politik auf, endlich „ihrer Verantwortung umfassend gerecht werden“. Die Oberbürgermeisterkonferenz des Niedersächsischen Städtetages fordert eindringlich, angesichts der rasant steigenden Corona-Fallzahlen schnell schärfere Maßnahmen zu ergreifen. Was zu tun ist, da sind sich im Prinzip alle einig: Strenges 2G, im Zweifel sogar 2G+, mehr Mittel für die Kontaktnachverfolgung, mehr mobile Impfteams, mehr Impfzentren, Impfpflicht zumindest für bestimmte Berufe.
Da muss man es fast schon erschütternd nennen, wenn Noch-Kanzlerin Angela Merkel in einer Podcastansprache zwar eindringliche Worte in dieser Richtung findet - am Ende den Ungeimpften ein „Überlegen Sie es sich noch einmal.“ mit auf den Weg gibt. Andere europäische Länder haben es längst vorgemacht, dass eine härtere Gangart funktioniert und in Sachen Infektionsgeschehen zu positiven Ergebnissen führt. Und dass zum Beispiel durch eine Impflicht für Medizin und Pflege das System mitnichten zusammenbricht - im Gegenteil.
Dass etwa 2G-Druck offensichtlich besser wirkt als das Bitten um Einsicht, zeigt sich auch im Kleinen in der Region. Am Freitag gab es schon Warteschlangen an der Impfstation in Laatzen. „Die Zahlen steigen sukzessive an“, berichtet Regionssprecher Christoph Borschel meinem Kollegen Christian Bohnenkamp. Und Kollegin Vera König hat erfahren, dass Regionspräsident Steffen Krach kurzfristig am Montagabend möglichst viele Beteiligte zum lokalen Impfgipfel an einen Tisch bringen will, um das Angebot auszuweiten und den Erfolg noch zu vergrößern.
Vielleicht sind es wirklich wir im Kleinen, die vorangehen müssen, die überzeugen müssen, die auch entscheiden müssen. Für mehr klares und mutiges Handeln, für ein Brechen der Welle, für mehr Gemeinschaftserlebnisse, für mehr vor-pandemische Laune. Genau das wird nämlich am Ende nicht die Gesellschaft spalten - ganz im Gegenteil!
Bleiben Sie gesund und uns gewogen - 
herzlichst
Sven Holle
Stv. Chefredakteur
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