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Den Dingen auf den Grund gehen

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es gibt Dinge, denen muss man auf den Grund gehen. Ohne Frage gehören dazu die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die seelische und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Wie stark verbreitet ist Long Covid bei ihnen, wie ausgeprägt sind die Symptome - und welche Folgen kann das alles langfristig haben? Die MHH, das Wissenschaftsministerium und andere Einrichtungen wollen diesen Fragen nun systematisch nachgehen. Glaubt man den Einschätzungen von Experten, dann ist das auch mehr als geboten. Kinderarzt Thomas Buck macht zwar deutlich, dass coronainfizierte Kinder meist relativ harmlose Verläufe hätten, zwei bis vier Prozent der jungen Patientinnen und Patienten aber mit Langzeitfolgen rechnen müssten. “Alarmierend und katastrophal”, sagt Buck dazu. Denn was in Prozent nach wenig klingt, ist in Wirklichkeit die gewaltige Summe von 50.000 jungen Menschen, die davon betroffen sind. Und auch darüber hinaus sind die Probleme mit der Pandemie enorm. Louise Poustka, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universitätsklinik in Göttingen, spricht vom “stillen Leiden der Kinder.” Denn mehr als 80 Prozent der Kinder fühlten sich psychisch belastet durch häusliche Streitigkeiten, die in der Corona-Zeit offenkundig zugenommen haben, durch Homeschooling und soziale Isolation. Es gibt vieles, was es aus der Krise zu lernen gibt. Einerseits, um den betroffenen Kindern “bessere Behandlungsoptionen” zu geben, wie Buck sagt. Andererseits, um Schlussfolgerungen für die Bewältigung ähnlicher Situationen in der Zukunft zu ziehen. “Die Erkenntnis ist natürlich nicht neu - aber so erschreckend, dass man sie nicht oft genug wiederholen kann. Kinder sind die großen Verlierer der Pandemie”, schreibt mein Kollege Christian Lomoth in seinem Kommentar. So einfach, so wahr und so traurig ist das wohl.
Auf den Grund gehen ist überhaupt das Motto dieser Woche, wie es scheint. Wobei wir hier sogar noch eine Etage tiefer eintauchen müssen - in den Untergrund: In Ahlem will die Stadt nämlich ehemalige Asphaltstollen untersuchen lassen. Nördlich und südlich der Heisterbergallee durziehen sie die Erde, Mitte des 19. Jahrhunderts begann hier der Abbau. Wie stabil ist der Grund, auf dem heute knapp 100 Häuser stehen? Es gibt “keinen Anlass zur Panik”, sagt Stadtbaurat Thomas Vielhaber dazu. Hinweise auf ein Absinken des Bodens gebe es noch nicht, Beschädigungen an Häusern seien nicht gemeldet worden. Doch auch wenn Panik eine unangemessene Reaktion wäre, ist Vorsicht in diesem Fall wohl durchaus angebracht. Denn ein vergleichbarer Stollen im südniedersächsischen Eschershausen sei einsturzgefährdet, hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie festgestellt. Deswegen will die Stadt nun den Untergrund untersuchen und im Zweifel verfüllen. Sicher ist sicher! 
Eine gründliche Untersuchung muss es auch zum Taser-Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Garbsen in der vergangenen Woche geben. Polizisten hatten einen offenkundig verwirrten und bewaffneten Mann mit einer solchen Elektroschockpistole außer Gefecht gesetzt. Die Stromstöße machen den Getroffenen bewegungs- und handlungsunfähig, ein Taser gilt als nicht-tödliche Waffe. Doch ist das tatsächlich so? Der 39-Jährige starb kurze Zeit nach dem Taser-Einsatz in einem Krankenhaus. “Wir müssen schauen, woran der Mann in diesem Fall verstorben ist”, sagt Oliver Eisenhauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Behörde habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, ein vorschnelles Urteil unterbindet der Staatsanwalt aber schnell. “Wir warten ab, was die Obduktion ergibt”, so Eisenhauer. Ein Ergebnis soll es heute geben, die NP bleibt für Sie dran.
Bleiben Sie optimistisch,
Ihr Zoran Pantic
NP-Redakteur  
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