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Corona-Gipfel: Neues Impfangebot in Hannover

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Lieber Leserinnen, liebe Leser,
willkommen zurück in der Dauerkrise Namens Corona-Pandemie. Ein bisschen fühlt man sich ja schon wie in einer Endlosschleife. Insbesondere, wenn man sich die Abfolge von Entwicklungen und Ereignissen auf der einen Seite und Entscheidungen von Politik und Verwaltung auf der anderen Seite ansieht. So langsam frisst sich ins Bewusstsein, dass das bundesrepublikanische System bei der Bekämpfung dieser Seuche an chronischer Verspätung leidet. Ein Symptom dieser Pandemie, das dringend gelindert werden muss. Nur wie kommen Politik und Verwaltung auf allen staatlichen Ebenen endlich vor die Ereignisse - und wann hören sie endlich auf, den Entwicklungen nur hinter zu laufen? 
 
Ein Mann, der mit ganz viel Elan und einer gehörigen Portion Klarheit an die Sache herangeht, ist ganz offensichtlich der neue Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Kaum im Amt, hat er schon unmissverständlich klar gemacht, dass ihm Impfverweigerer auf den Senkel gehen. Und noch bevor dieser sehr wahrscheinlich ganz ehrlich gemeinte Satz verpufft, wechselt er den Tonfall - vom Dampfplauderer zum pragmatischen Macher. Krach hat sich zum schnellen Handeln entschlossen. Bedenkt man die bisherigen Verhältnisse der eher trägen Regionsverwaltung, beschleunigt er nun vom Schritt-Tempo auf mindestens Tempo 100. Gestern Abend versammelten sich auf seine Initiative hin die Vertreter von Behörden, Krankenhäusern, Ärztekammer und Apothekerverband in einer Videokonferenz, um über weitere Schritte in der Pandemie zu beraten. Das Signal, das Krach da ausgibt, ist ganz klar: Wir warten nicht nur bis das Land entscheidet, die Region Hannover nimmt die Dinge, die sie selber bestimmen und bewirken kann, nun auch in die eigenen Hände. Es geht um die Fragen, wie wir effizienter impfen können, wie innerhalb kurzer Zeit mehr Vakzine verabreicht und möglichst viele Impfskeptiker erreicht werden können. Die einzelnen Punkte dieser Agenda wird die NP heute für Sie sortieren und bewerten.
 
Dass es eine Menge zu tun gibt beim Management der Pandemie-Bekämpfung, zeigen etwa die Beobachtungen, die meine Kollegin Verena Koll am Montag vor dem Gesundheitsamt in Hannover gemacht hat. Da bildeten sich am Nachtmittag lange Schlangen vor der Tür, weil sich erstaunlich viele Menschen hier ihre Booster-, Erst- oder Zweitimpfung abholen wollten. Ohne Termin aber mit dem Risiko, dass man eben umsonst angestanden haben könnte. Irgendwann ist halt der Impfstoff alle, irgendwann ist in einer Behörde wie dem Gesundheitsamt auch während der Pandemie Feierabend. Das aber ausgerechnet eine 101-Jährige, die hier für ihre Booster-Impfung angestanden hatte, nicht zum Zug kam, ist nun wirklich bitter. Natürlich soll dieses Impfangebot möglichst unkompliziert sein. Aber vielleicht kann ja der dynamische Pragmatismus des neuen Regionspräsidenten ansteckend sein, vielleicht kann ja kurz vor Feierabend auch mal ein Mitarbeiter des Hauses einfach mal vor die Tür gehen und nachsehen, ob da jemand wie diese 101-Jährige Frau steht und wartet und wartet und wartet … So wie man im Bus für sie aufstehen sollte, könnte man sie an einem solchen Tag auch vorziehen. Dass dieser gelebte Pragmatismus notwendig ist, zeigt sich durch eine weitere Tatsache, die NP-Reporterin Koll vor Ort mitbekommen hat. Mehrere Senioren berichteten ihr, dass sie zum Gesundheitsamt gekommen sind, weil sie von ihrem Hausarzt erst im Februar oder März einen Termin für eine Booster-Impfung bekommen haben. Wir brauchen wohl nicht lange darüber zu reden, dass dies nicht so bleiben kann. Vielleicht wird es ja jetzt angepackt. Schön wäre es ja.
Bleiben Sie optimistisch!
Zoran Pantic
Redakteur
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